Aktuelle Erkenntnisse von Seyda Subasi Singh in:“Die Überrepräsentation von MigrantInnen in der Sonderpädagogik“
„Die Studie beleuchtet die Überrepräsentation von SchülerInnen mit türkischem Migrations- hintergrund mit sonderpädagogischem Förderbedarf im österreichischen Schulsystem. Ein überproportionaler Anteil von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die einer Minderheit angehören, kann in vielen Ländern beobachtet werden. Der Mangel an Transpa- renz und Einheitlichkeit des sonderpädagogischen Bedarfs sind brisante Themen. Trotz langjäh- riger Forschung und Diskussion ist das Verständnis für dieses komplexe Thema gering und die Forschung steht vor verschiedenen Herausforderungen, wie etwa der Abhängigkeit vom Zugang zu sozialstatistischen Daten oder geringer Sensitivität gegenüber kulturellen Merkmalen. In der vorliegenden Studie wurde eine innovative Perspektive eingenommen, indem dieses vielfältige Thema nicht auf sozio-demografische oder individuelle Merkmale beschränkt wurde. Das Ziel war, den Beteiligten mit einem anspruchsvollen Forschungsdesign eine Stimme zu geben, Er- fahrungen aus erster Hand zu erheben und die Ko-Konstruktion der Ergebnisse durch die For- scherin gleichzeitig mit zu berücksichtigen. Die Studie folgt einem ganzheitlichen Zugang und inkludiert verschiedene Stakeholder, die am Prozess der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs von SchülerInnen mit türkischem Migrationshintergrund im österreichischen Schulsystem beteiligt sind“ (Subasi Singh 2020: 6). Die gesamte Studie finden Sie nachstehend im PDF-Format.
Am Freitag, den 12.11., fand im Bruno-Kreisky-Forum eine Lesung zu Prof. Aladin El-Mafaalanis neuem Buch “Wozu Rassismus?” statt. Im Anschluss gab es ein Treffen mit Mitgliedern der IDB, bei dem sich gemeinsam über antirassistische Strategien im Bildungswesen und Diskriminierung in Österreich und Deutschland ausgetauscht wurde. Zum Schluss durften wir Aladin El-Mafalaani noch unseren aktuellen Jahresbericht überreichen. Danke Aladin El-Mafaalani für das wertvolle Gespräch!
Wieder einmal ist ein Sprachenverbot an Schulen Gegenstand politischer Polarisierung. Weil die Linzer ÖVP-FPÖ-Regierung ein Muttersprachverbot an Schulen erlassen will, entgegnet das Netzwerk SprachenRechte: „Das Bildungsministerium verweist in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom 20. Mai 2015 darauf, dass das Festschreiben von Deutsch als einziger in der Schule außerhalb des Unterrichts geduldeter Sprache nicht zulässig ist. Wörtlich: „(..) dass das Festlegen von Deutsch als einziger außerhalb des Unterrichts in der Schule zulässiger Sprache bzw. das Verbot einer bestimmten bzw. mehrerer Sprachen im Rahmen von Hausordnungen oder Verhaltensvereinbarungen jedenfalls im Widerspruch zur Achtung des Privat- und Familienlebens gemäß Art. 8 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention, Anm.) und zu Art. 1 BVG (Bundesverfassungsgesetz, Anm.) über die Rechte des Kindes steht und daher unzulässig ist“.“ (https://www.sprachenrechte.at/). Wir von der IDB unterstützen dies und fordern das Recht für alle Kinder und Jugendliche, sich in ihrer Muttersprache ausdrücken und eine Förderung dahingehend bekommen zu können.
Erstmals im deutssprachigen Raum wurde eine umfrangreiche Studie durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und Gesundheit belegt.
„Mit zunehmender Diskriminierungserfahrung leiden Menschen unter Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen und Burn-Out-Erkrankungen. Diesen Zusammenhang belegt die Grundlagenstudie zu Vorurteilen und Diskriminierung, die das Kölner Rheingold Institut im Auftrag der IKK classic durchführte.“
Näheres kann auf der Homepage der Innungskassen nachgelesen werden.
Die IDB zu Gast beim Falter Radio: Über den Kampf gegen Rassismus
❗JETZT ANHÖREN ❗ Unsere Obfrau Sonia Zaafrani spricht im FALTER-Radio gemeinsam mit Asma Aiad von Black Voices Volksbegehren und Caroline Kerschbaumer der Beratungsstelle ZARA Zivilcourage über den Kampf gegen Rassismus 📌 Das Video zum Podcast gibt es hier zu sehen📌
In dieser Folge wurde unter anderem über Strategien gegen aktuelle Rassismen in Österreich, die Sichtbarmachung von rassistischer Diskriminierung und über Deutschförderklassen als diskriminierende Praktik im Bildungswesen diskutiert.
Dokumentation ‚Der „ganz normale“ Rassismus – wie Betroffene in erleben‘ des ORF 3. Viele wichtige Stimmen kommen darin zu Wort, unter anderem unsere Obfrau Sonia Zaafrani.
Am 17. Juni 2019 präsentierten die Arbeiterkammer und das SORA Institut in einer gemeinsamen Veranstaltung eine repräsentative Studie zu Diskriminierungserfahrungen in Österreich.
Ein umfassender Teil davon widmet sich auch dem Bereich Bildung, der im Österreichischen Gleichbehandlungsgesetz leider nur in Teilen geschützt ist. Wir nutzten die Gelegenheit uns bei Daniel Schönherr persönlich für diese wichtige Arbeit zu bedanken.
Hier geht es zur Studie: https://www.sora.at/nc/news-presse/news/news-einzelansicht/news/diskriminierungserfahrungen-in-oesterreich-910.html
Auch Mag.a Ines Garnitschnig von der Kinder- und Jugendanwaltschaft nahm an der Podiumsdiskussion zum Bereich Bildung teil und widmete sich mit einem starken Appell an das anwesende Publikum. Dieser machte deutlich, dass viele bekannte und erprobte Ansätze zum Schutz vor und der Prävention von Diskriminierung im Rahmen von Bildungsprogrammen vorhanden sind, aber oft am politischen Willen scheitern.