Nun ist es wieder soweit: Der 7.Jahresbericht der IDB ist online! In der diesjährigen Ausgabe 2022 unter dem Motto „Diskriminierungskritisches Qualitätsmanagement im Bildungswesen: Betrachtungen und Empfehlungen im Umgang mit Limitierungen, den potentiellen Langzeitwirkungen von Kränkungen und Möglichkeiten zur Sicherung von Mindeststandards“ sind nicht nur dokumentierte Fälle enthalten, sondern auch Expertinnen-Interviews und Beiträge unserer Kooperationspartnerinnen. Laden Sie unseren Jahresbericht des Jahres 2022 kostenlos herunter und arbeiten Sie mit uns gemeinsam an einem diskriminierungsfreien Bildungswesen!
„Es ist Zeit, gegen Diskriminierung an deutschen Schulen vorzugehen und einen wirksamen Diskriminierungsschutz zu etablieren“ – ADAS (Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen in Deutschland) formuliert eine Stellungsnahme, die auch wir als IDB mit einer Unterzeichnung unterstützen!
„Wenn Kinder und Jugendliche Diskriminierung erleben – wir beziehen dies hier ausdrücklich auf alle Dimensionen, entlang derer Menschen als „anders“ markiert und ausgegrenzt werden (siehe Kasten) – dann ist das eine traumatische Leiderfahrung, über die die Schule nicht hinwegsehen darf. Diskriminierung kann zudem einen nachhaltig negativen Einfluss auf Schul- und Bildungskarrieren haben. Das gilt auch, wenn das Gefühl oder entsprechende Erlebnisse nur indirekt erfahren werden, sie beispielsweise beobachtet oder von anderen erzählt werden oder aufgrund eines abwertenden und feindlichen Klimas gegenüber bestimmten Gruppen möglich erscheinen. Und es gilt umso mehr, wenn sie entweder von der Institution selbst ausgeht und/oder diese die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien nicht davor schützt.“ Zum gesamten Beitrag und zur Petition hier klicken.
Aktuelle Erkenntnisse von Seyda Subasi Singh in:“Die Überrepräsentation von MigrantInnen in der Sonderpädagogik“
„Die Studie beleuchtet die Überrepräsentation von SchülerInnen mit türkischem Migrations- hintergrund mit sonderpädagogischem Förderbedarf im österreichischen Schulsystem. Ein überproportionaler Anteil von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die einer Minderheit angehören, kann in vielen Ländern beobachtet werden. Der Mangel an Transpa- renz und Einheitlichkeit des sonderpädagogischen Bedarfs sind brisante Themen. Trotz langjäh- riger Forschung und Diskussion ist das Verständnis für dieses komplexe Thema gering und die Forschung steht vor verschiedenen Herausforderungen, wie etwa der Abhängigkeit vom Zugang zu sozialstatistischen Daten oder geringer Sensitivität gegenüber kulturellen Merkmalen. In der vorliegenden Studie wurde eine innovative Perspektive eingenommen, indem dieses vielfältige Thema nicht auf sozio-demografische oder individuelle Merkmale beschränkt wurde. Das Ziel war, den Beteiligten mit einem anspruchsvollen Forschungsdesign eine Stimme zu geben, Er- fahrungen aus erster Hand zu erheben und die Ko-Konstruktion der Ergebnisse durch die For- scherin gleichzeitig mit zu berücksichtigen. Die Studie folgt einem ganzheitlichen Zugang und inkludiert verschiedene Stakeholder, die am Prozess der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs von SchülerInnen mit türkischem Migrationshintergrund im österreichischen Schulsystem beteiligt sind“ (Subasi Singh 2020: 6). Die gesamte Studie finden Sie nachstehend im PDF-Format.
Am Freitag, den 12.11., fand im Bruno-Kreisky-Forum eine Lesung zu Prof. Aladin El-Mafaalanis neuem Buch “Wozu Rassismus?” statt. Im Anschluss gab es ein Treffen mit Mitgliedern der IDB, bei dem sich gemeinsam über antirassistische Strategien im Bildungswesen und Diskriminierung in Österreich und Deutschland ausgetauscht wurde. Zum Schluss durften wir Aladin El-Mafalaani noch unseren aktuellen Jahresbericht überreichen. Danke Aladin El-Mafaalani für das wertvolle Gespräch!
Wieder einmal ist ein Sprachenverbot an Schulen Gegenstand politischer Polarisierung. Weil die Linzer ÖVP-FPÖ-Regierung ein Muttersprachverbot an Schulen erlassen will, entgegnet das Netzwerk SprachenRechte: „Das Bildungsministerium verweist in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom 20. Mai 2015 darauf, dass das Festschreiben von Deutsch als einziger in der Schule außerhalb des Unterrichts geduldeter Sprache nicht zulässig ist. Wörtlich: „(..) dass das Festlegen von Deutsch als einziger außerhalb des Unterrichts in der Schule zulässiger Sprache bzw. das Verbot einer bestimmten bzw. mehrerer Sprachen im Rahmen von Hausordnungen oder Verhaltensvereinbarungen jedenfalls im Widerspruch zur Achtung des Privat- und Familienlebens gemäß Art. 8 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention, Anm.) und zu Art. 1 BVG (Bundesverfassungsgesetz, Anm.) über die Rechte des Kindes steht und daher unzulässig ist“.“ (https://www.sprachenrechte.at/). Wir von der IDB unterstützen dies und fordern das Recht für alle Kinder und Jugendliche, sich in ihrer Muttersprache ausdrücken und eine Förderung dahingehend bekommen zu können.
„Voruteile und Diskriminierung machen krank“ – erstmals im deutssprachigen Raum wurde eine umfrangreiche Studie durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und Gesundheit belegt. „Mit zunehmender Diskriminierungserfahrung leiden Menschen unter Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen und Burn-out-Erkrankungen. Diesen Zusammenhang belegt die Grundlagenstudie zu Vorurteilen und Diskriminierung, die das Kölner rheingold institut im Auftrag der IKK classic durchführte“. Näheres kann auf der Webseite der Innungskrankenkassen nachgelesen werden.
Nun ist es soweit: Der 5.Jahresbericht der IDB ist online! In der diesjährigen Ausgabe 2020 sind nicht nur dokumentierte Fälle enthalten, sondern auch Expert*innen-Interviews und Beiträge unserer Kooperationspartner*innen. Der Download des Jahresberichts 2020 ist kostenlos.